13 fessorin sagte: »Gib mir etwas zum Auswendiglernen, ich spreche Dir vor und Du sagst mir knallhart ob es Sinn macht in diese Richtung weiterzudenken oder nicht«. Es war ein kleiner Monolog von Schnitzler. Kurzum: Ihre Antwort war damals »Du gehörst auf die Bühne und nicht in die Kleiderkammer«. HzHG: Wie kritisch wurde Ihr Tun in jungen Jahren von Ihren Eltern beäugt? Wussow: Meine Eltern haben mich tunlichst davon abhalten wollen, Schauspielerin zu werden, da dieser Beruf, auch wenn er unfassbar toll ist, natürlich viele Unsicherheiten birgt. Der Name Wussow allein war kein Garant dafür, auch wirklich gut und erfolgreich zu werden. HzHG: Ihre positive Ausstrahlung beeindruckt viele Menschen. Haben Sie einen Tipp, wie man positiver durchs Leben geht? Wussow: Ich denke, wenn man mit echter Freundlichkeit und offenem Herzen auf Menschen zugeht, kommt dies auch so wieder zu einem zurück. Ich bin für sehr viele Dinge dankbar wie z. B. meine Familie, meine Freunde und meinen Beruf. Dankbarkeit ist ein Schlüssel für eine positive Ausstrahlung. Meine Mutter hatte zwei Lieblingssprüche: »Du kannst dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben« und »Nutze jeden Tag, er kommt nie wieder«. HzHG: Haben die sogenannten »Heile-Welt-Filme« heute einen größeren Stellenwert bzw. besteht heute eine größere Nachfrage als noch vor einigen Jahren? Wussow: Ich glaube nicht, dass sie heute mehr Menschen sehen wollen. Ich glaube aber, dass Sie heute wichtiger sind als früher. In einer unheilen Welt mit schrecklichsten Geschehnissen, sehnen sich die Menschen danach, einfach 90 Minuten lang abtauchen zu können. Rosamunde Pilcher hat einst zu mir gesagt: »Man sollte die »Heile-Welt-Filme« viel eher »Healing- World-Filme« nennen. Also: »Filme, die die Welt heilen«. Und damit hatte Sie den Nagel auf den Kopf getroffen. HzHG: Soziales Engagement ist für Sie ein großes Thema. Was sind Ihre derzeitigen Herzensprojekte? Wussow: Ein Herzensprojekt haben wir, mein Bruder und ich, von unserem Vater geerbt: Eine Mutter-Kind-Klinik für an Krebs und Mukoviszidose erkrankte Kinder im Schwarzwald. Zum anderen habe ich zwei »SOS-Kinderdorf Kinder« in Ungarn, die ich regelmäßig besuche. Mittlerweile sind die beiden 17 und 28 Jahre. Für »Ein Herz für Kinder« habe ich in Manila Favelas besucht und mit dafür sorgen dürfen, dass dort eine Schule gebaut werden konnte und die Menschen dadurch bessere Zukunftschancen bekommen. Außerdem unterstütze ich einen rumänischen Tierretter, der hilflose Hunde aus Tötungsstationen holt und diese an Tierheime vermittelt. HzHG: Haben Sie vor, irgendwann offiziell in den Ruhestand zu gehen und sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen? Wussow: Um Gottes willen, nein! Solange ich fit und gesund bin gibt es gar keinen Grund dafür. Im Moment könnte ich noch Bäume ausreißen und ich hoffe, dass dies auch noch lange so bleibt. An dieser Stelle meine Bitte an Sie alle: Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung, damit Sie alle möglichst lange gesund bleiben. HzHG: Welche Eigenschaft schätzen Sie an anderen Menschen, die Sie selbst nicht haben? Wussow: Oh, ich schätze z. B. an meinem Mann seine Ruhe, Genauigkeit und Ordnungsliebe. Ich selbst bin ein sehr spontanes Wesen – ein Wirbelwind und etwas Ruhe würde auch mir guttun. Allerdings habe ich es bereits mit Yoga versucht ... aussichtslos. ☺☺☺ HzHG: Leider sind wir schon am Ende. Möchten Sie unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben? Wussow: Ja, gern! Dass ich ein gläubiger Mensch bin wissen viele. Und deshalb möchte ich alle darum bitten, wieder mehr zu beten. Beten Sie für den Frieden auf unserer Erde, damit auch unsere Kinder und Enkel ein schönes und erfülltes Leben haben dürfen! Mit ganz viel Liebe, Ihre Barbara Wussow. ♥ ♥ ♥ In diesem Sinne, ein großes Dankeschön nach Wien, für Ihre Zeit und das sehr tolle Gespräch. Herzliche Grüße aus dem Hospital zum Heiligen Geist. n Ronny Behrendt
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