7 den? Wenn Ihnen sofort Namen einfallen, haben Sie bereits ein wichtiges Fundament. Wenn Ihnen keine einfallen, ist genau jetzt ein guter Zeitpunkt, eine Verbindung neu zu knüpfen oder aufzufrischen. Ein Telefonat kostet wenig Zeit und kann viel bewirken, auf beiden Seiten. Kleine Routinen, große Wirkung Resilienz zeigt sich selten in großen Gesten. Sie zeigt sich in kleinen, wiederholten Handlungen. Der Kaffee am Morgen zur gewohnten Zeit. Das Fenster, das aufgemacht wird, um frische Luft hereinzulassen. Ein paar Minuten Bewegung, auch wenn der Körper nicht mehr so mitmacht wie früher. Diese Routinen geben Halt, wenn sich sonst nichts sicher anfühlt. Sie schaffen einen Rahmen, innerhalb dessen der Tag planbar bleibt, selbst wenn das große Ganze gerade unübersichtlich wirkt. Was wäre für Sie so ein Ankerpunkt? Vielleicht ein bestimmtes Lied, das Sie hören. Ein Buch, das Sie zur Hand nehmen. Ein Ritual mit einer Tasse Tee am Nachmittag. Es muss nichts Kompliziertes sein. Es muss nur regelmäßig da sein. Der Umgang mit dem, was Sie nicht ändern können Ein zentraler Baustein von Resilienz ist die Fähigkeit, zwischen dem zu unterscheiden, was Sie beeinflussen können, und dem, was nicht in Ihrer Hand liegt. Eine Krankheit lässt sich oft nicht wegwünschen. Ein Verlust lässt sich nicht rückgängig machen. Aber wie Sie mit der jeweiligen Situation umgehen, wie Sie Ihren Tag aktiv gestalten, mit wem Sie sprechen, wofür Sie sich entscheiden, das bleibt in Ihrer Hand. Diese Unterscheidung klingt einfach, ist aber im Alltag oftmals schwer umzusetzen. Wenn der Schmerz groß ist, vermischt sich schnell alles miteinander. Es kann helfen, sich am Ende eines schweren Tages ganz konkret zu fragen: Was habe ich heute selbst gestaltet, trotz allem? Solche kleinen Antworten zeigen, dass Sie nicht nur Getriebener der Umstände sind, sondern auch Gestalter Ihres Tages. Rückschläge gehören dazu Resilienz bedeutet nicht, dass Sie nie wieder einbrechen. Es gibt Tage, an denen alles zu viel wird. Tage, an denen die Kraft fehlt, aufzustehen, geschweige denn einen Spaziergang zu machen. Das gehört dazu. Niemand ist an jedem Tag gleich stark. Was zählt, ist nicht, niemals zu fallen. Was zählt, ist, sich nach dem Fallen wieder aufzurichten, so gut es eben geht. Manchmal bedeutet das einen großen Schritt. Oft bedeutet es nur einen kleinen. Beides zählt. Was Sie mitnehmen können Resilienz ist kein Zustand, den Sie einmal erreichen und dann für immer besitzen. Sie ist eine Bewegung, ein ständiges Neuausrichten, ein Weitermachen trotz allem. Sie zeigt sich in den kleinen Entscheidungen des Alltags, in den Menschen, die Sie um sich haben, in den Routinen, die Ihnen Halt geben, und in der stillen Erkenntnis, dass Sie schon einmal etwas Schweres überstanden haben. Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis überhaupt. Sie haben es schon einmal geschafft. Ein anderes Mal, eine andere Krise, ein anderer Verlust. Und genau diese Erfahrung trägt auch durch das, was jetzt vor einem liegt. n Enno Olbrich
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