neu aufgeblühte Sonnenblume. Immer wieder durfte ich erleben, wie Menschen mit Demenz Verantwortung übernahmen, ihr Wissen weitergaben und andere an ihren Erfahrungen teilhaben ließen. Sie säten, pflanzten, ernteten und erklärten Jugendlichen beim Girls' and Boys' Day, wie Sonnenblumen pikiert werden. Solche Momente zeigen eindrucksvoll, wie viele Fähigkeiten, Kompetenzen und Lebenserfahrungen auch im hohen Alter erhalten bleiben. Dabei wurde im Garten nicht nur gearbeitet, sondern auch viel gelacht. Manche Sprüche sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken: »Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.« Und das afrikanische Sprichwort »Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht« regte immer wieder zum Schmunzeln und Nachdenken an. Gerade für Menschen mit Demenz besitzt aus meiner Erfahrung die Natur eine besondere Kraft. Sie vermittelt Vertrautheit, Orientierung und Geborgenheit und schafft Momente des Wohlbefindens oft ganz ohne viele Worte. Und genau deshalb freue ich mich sehr, dass meine Reise im Hospital zum Heiligen Geist weitergeht. Die Gartentherapie hat in den vergangenen Jahren gezeigt, welches Potenzial in der Verbindung von Natur, Begegnung und therapeutischer Begleitung steckt. Künftig werde ich die Quartiersentwicklung im Bereich Gartentherapie mitgestalten und dazu beitragen, gartentherapeutische Angebote über den Therapie- und Sinnesgarten hinaus weiter auszubauen und in weiteren Bereichen des Hospitals zu verankern. Auch im Sinnesgarten selbst entstehen neue Impulse. Der Bildhauer Falko Berger (geb. 1949) gestaltet derzeit eine Marmorskulptur in Form einer Lemniskate, des Unendlichkeitszeichens. Sie wird künftig neben dem Holunderstrauch ihren Platz finden und als Ort der Erinnerung, Verbundenheit und Besinnung zum Verweilen einladen. Ihr Leitsatz lautet: »Nicht nur die Erde, auch der Himmel trägt uns.« (Aus einem Gedicht von Pastor Kurt Riecke). Mit großer Vorfreude blicke ich auf die kommenden Jahre. Gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Mitarbeitenden, Angehörigen, Ehrenamtlichen sowie Kolleginnen und Kollegen werden neue Ideen, Angebote und Begegnungsorte entstehen. Ich freue mich sehr, die Gartentherapie im Hospital zum Heiligen Geist Schritt für Schritt weiter wachsen zu sehen. Denn ein Garten ist weit mehr als ein schöner, grüner und blühender Ort. Er verbindet Menschen, schenkt Freude, weckt Erinnerungen und eröffnet immer wieder neue Möglichkeiten für Begegnung, Teilhabe und Lebensfreude. Von Herzen danke ich Ihnen allen für das Vertrauen, die vielen freundlichen Begegnungen und die gemeinsame Zeit. Ich freue mich sehr darauf, diesen Weg gemeinsam mit Ihnen weiterzugehen. n Herzlichst Esther Daenschel, Gartentherapeutin (IGGT) »Hat die Blume einen Knick, war der Schmetterling zu dick.« 15
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