13 HzHG: Wie sind Sie mit den Schlagzeilen über Sie im Laufe Ihrer Karriere umgegangen? Illic: Ich habe im Laufe der Jahre viele Schlagzeilen gesehen – manche waren lustig, manche übertrieben, manche einfach nur Quatsch. Ich nehme das nicht zu schwer. Entscheidend ist, was die Menschen im Konzert fühlen, nicht was irgendwo steht. HzHG: Wo sind Sie am liebsten, wenn Sie nicht auf der Bühne stehen? Illic: Am liebsten bin ich mit meiner Frau zusammen – ruhig, ohne Trubel. Wir sind vor Kurzem von München an den Rand von Salzburg gezogen, die Umgebung ist traumhaft, Natur tut gut. Und wenn ich zu Hause bin, genieße ich ganz normale Tage – das ist für mich Luxus. HzHG: Einige Male waren Sie schon zu Gast beim »Hamburger Schlagermove«. Wie finden Sie diesen? Illic: Ich mag das sehr. Das ist bunt, fröhlich, und die Leute kommen, um gemeinsam zu singen und Spaß zu haben. Und wissen Sie: Mir geht es gar nicht darum, ob ich »Michaela« zum hundertsten Mal singe – ich sehe die Menschen, ich spüre die Stimmung, und solange das passt, bin ich glücklich. HzHG: Wie gut kennen Sie Hamburg und wo gefällt es Ihnen am besten? Illic: Ich liebe Hamburg. Die Landungsbrücken, den Fischmarkt, dann hoch Richtung Reeperbahn – das hat alles eine besondere Atmosphäre. Und Hamburg war auch wichtig für meine Karriere: Ich kam als junger Bursche mit meinen Produzenten hierher, ich konnte noch kein Deutsch und trotzdem hat man an die Musik geglaubt. HzHG: Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus? Illic: Nichts Spektakuläres: gesund aufwachen, einen Kaffee trinken, mit meiner Frau spazieren gehen, vielleicht ein bisschen Musik hören oder singen – und am Abend zufrieden sein. Und wenn dann noch ein Konzert dazukommt, bei dem das Publikum mitsingt, dann ist das natürlich wunderbar. HzHG: Haben Sie Tipps für ein gesundes Altwerden? Illic: Ich habe kein großes Geheimrezept. Ich versuche, mich viel zu bewegen und ich habe vor Jahren mit dem Rauchen aufgehört. Am wichtigsten ist für mich: Gesundheit – alles andere ist zweitrangig. HzHG: Hätten Sie vor 50 Jahren gedacht, dass Sie heute immer noch auf der Bühne stehen? Illic: Niemals. Man plant im Leben vieles – aber dass ich so lange singen darf, das ist ein Geschenk. Ich mache weiter, solange das Publikum mich will und meine Gesundheit es zulässt. HzHG: Was ist das Geheimnis von 62 Jahren Ehe? Illic: Liebe, Respekt und Treue – das ist die Basis. Meine Frau hat einen wunderbaren Charakter, sie ist stark, schnell, freundlich und sie gibt alles für den Menschen, den sie liebt. Und wir haben uns nie als selbstverständlich genommen: Olga ist meine erste Liebe, und so wird es auch bleiben. HzHG: Gibt es eine persönliche Lebensweisheit, die Sie mit unseren Lesern teilen möchten? Illic: Bleiben Sie menschlich, bleiben Sie freundlich – und verlieren Sie nie die Freude an kleinen Dingen. Und: Gesundheit ist wirklich das Wichtigste. Wenn man gesund ist, kann man vieles schaffen und auch schwere Zeiten überstehen. HzHG: Wofür sind Sie rückblickend in Ihrem Leben besonders dankbar? Illic: Für meine Frau Olga – sie hat immer zu mir gehalten und mich unterstützt. Und ich bin dankbar, dass ich meinen Beruf so lange ausüben durfte und dass das Publikum mich so viele Jahrzehnte begleitet hat. Dafür kann man nur DANKE sagen. Nach diesen tollen Schlussworten, dem wirklich schönen und warmherzigen Interview und der Zeit, die Sie uns damit geschenkt haben, können auch wir nun nur noch DANKE sagen. In diesem Sinne: »Bleiben Sie gesund und singen Sie noch lange« ☺ Herzliche Grüße aus dem Hospital zum Heiligen Geist. n Ronny Behrendt
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