12 Rund um den Glockenturm · Juni / Juli 2026 Unser heutiger Gast: Bata Illic (86) Es gibt nur wenige Hits die man so im Ohr hat wie diesen: Sobald irgendwo »Michaela« erklingt, lassen die Menschen alles stehen und die gute Laune schäumt über. Dieser und viele andere Songs des gebürtigen Jugoslawen haben sich im Laufe der Jahre zu echten Ohrwürmern entwickelt, die kein Schlagerfan mehr missen will. Einst als Lehrer arbeitend, fügten sich die Umstände so, dass der Grundstein für eine über 60-jährige Musikkariere gelegt war. Wir freuen uns auf Bata Illic. HzHG: Lieber Herr Illic, wie sind Sie damals eigentlich vom Lehrer zum Schlagersänger gekommen? Illic: Ich habe in Belgrad Sprachen und Literatur studiert und war diplomierter Philologe – also eigentlich Lehrer. Aber ehrlich: Ich habe nur ein halbes Jahr als Lehrer gearbeitet, und das war schwer für mich, weil ich damals sehr jung war und mir in der Klasse keinen richtigen Respekt verschaffen konnte. Musik habe ich schon als Kind geliebt, ich nahm schon während des Studiums Gesangsunterricht und stand mit einer Band auf der Bühne – irgendwann war klar: Ich will mit Musik mein Leben machen. HzHG: Was ist das Besondere für Sie, wenn Sie vor einem Publikum auftreten? Illic: Ich schaue auf die Leute und sehe, wie sie mitsingen – dieser Moment, wenn der Funke überspringt, ist das Entscheidende. Dann ist für mich die Welt in Ordnung. Oft übernimmt das Publikum sowieso die halbe Arbeit – aber genau das ist ja das Schöne daran. HzHG: Haben Sie Ihren Beruf als Schlagersänger zu jeder Zeit geliebt oder gab es auch schwere Zeiten? Illic: Natürlich gab es Zeiten, die anstrengend waren – viel unterwegs sein, viel reisen, und manchmal ist der Körper nicht mehr so jung wie der Kopf. Aber ich liebe diese Arbeit: Musik, Gesang, Publikum – das ist mein Leben. Wenn die Menschen nach einem Auftritt zu mir kommen und sagen »Bleiben Sie gesund und singen Sie noch lange«, dann ist das für mich das größte Geschenk. HzHG: Wie war es damals für Sie, Lieder auf Deutsch zu singen, ohne die Sprache zu sprechen? Illic: Das war am Anfang wirklich nicht leicht. Ich habe die deutschen Texte erstmal »nach Gefühl« gesungen – mit meinem Akzent, den die Leute ja bis heute kennen. Richtig angefangen, systematisch Deutsch zu lernen, habe ich erst, als die ersten Platten Erfolg hatten: da nahm ich Sprach- und sogar Schauspielunterricht. HzHG: Welcher Ihrer alten Hits ist Ihr persönliches Lieblingslied und wieso? Illic: Ich habe viele Lieder, die ich sehr mag, weil sie mit bestimmten Lebensphasen verbunden sind. »Mit verbundenen Augen« war ein ganz wichtiger Schritt, weil damit der große Durchbruch kam. Und »Michaela« – das ist natürlich mein Markenzeichen, auch wenn ich ehrlich sage: Am Anfang wollte ich dieses Lied gar nicht singen, aber heute bin ich froh darüber, weil es so viele Menschen glücklich gemacht hat. Leben bei uns WIR FRAGEN DIE STARS!
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