25 Hospitation beim Gedächtnistraining Nachdenken mal anders Vor einiger Zeit hat Emma Dreyer (14 Jahre) eine Hospitation beim Gedächtnistraining absolviert. Daraus ist ein toller Bericht entstanden, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen: Die heutige Stunde Gedächtnistraining mit der Frage »Wofür seid ihr dankbar?«, bringt acht Senioren zum Grübeln und in der Vergangenheit zu schwelgen. »Ich bin dankbar für das Langstreckenwandern«, sagt Karin, die mit sagenhaften 72 Jahren den ca. 520 km langen Jakobsweg gewandert ist. Begleitet wurde sie von einem Guide und einer Freundin. Die Wanderung haben die beiden in nur 23 Tagen gemeistert. Bei völlig fremden Familien hat Karin übernachtet und sagt: »Bei einer Wanderung wirft die Seele Ballast ab.« Die anderen sieben Senioren hören gespannt zu. Manche sitzen mit offenem Mund da, andere reißen erstaunt die Augen auf. »Ich kann das G nicht finden«, wirft Karin in den Raum, als sie gerade das Wort »Langstreckenwandern« auf das Tastenbrett tippt. Die anderen Senioren stimmen ihr schmunzelnd zu. Das wöchentliche Gedächtnistraining findet statt im »Hobby & Treff« in Haus Robinie. Ulrike Buthmann, auch Ulli genannt, leitet das Training. Sie trainiert fünf Gruppen je eine Stunde, an dem alle Senioren teilnehmen können. Der »Hobby &Treff« ist ein Ort, an dem sich die Senioren treffen und dort die Möglichkeit haben, sich kreativ auszutoben oder auch einfach nur eine Tasse Tee zu trinken. Der Raum ist geschmückt mit vielen selbstgemachten Werken, die auch zum Verkauf stehen. Ulli, die schon seit dem 01. Februar 2023 im Hospital zum Heiligen Geist arbeitet, beginnt die Stunde direkt mit der Frage: »Wofür seid ihr dankbar?« Jeder soll sich ein passendes Wort überlegen, welches die Senioren dann in ihr Tastenbrett eintippen. Das Tastenbrett ist ein Zettel, den jeder vor sich liegen hat, auf dem alle Buchstaben des Alphabets abgebildet sind. Die Senioren nennen ein Wort, welches jeder auf sein Tastenbrett entweder mit einem Finger oder einem Stift tippt. Buchstabe für Buchstabe. Dies ist dafür da, dass die Senioren aufmerksam und konzentriert bleiben. Es stärkt ihre Fokussierung. Es ist eine einfache, aber auch effiziente Übung für Multitasking im Kopf, denn die Übung verbindet Denken, sich einen Überblick verschaffen und Konzentration. Sigrid fängt an und berichtet, dass sie dankbar für ihren Traummann ist. Sie hat ihn an ihrem 21. Geburtstag kennengelernt und war über 64 Jahre mit ihm verheiratet. Alle starten »Traummann« in ihr Tastenbrett einzutippen. »Ich bin dankbar, dass meine Frau für mich da ist, in guten Zeiten, als auch in schlechten Zeiten«, sagt Rolf. Alle Blicke sind auf ihn gerichtet. Hin und wieder werden auch Kekse und Gummibärchen genascht. Das Training wird angeboten, damit die Senioren Kontakte knüpfen, in Gesellschaft sind und natürlich, um fit im Kopf zu bleiben. Die heutigen acht Senioren wohnen in den Häusern Grevenau, H7 und H9, denn jedes Haus hat seinen eigenen Namen. Als nächstes erzählt Marion von ihren drei Kindern. Sie ist dankbar, dass aus allen etwas geworden ist und sehr stolz darauf. Zwischendurch erzählen auch die anderen Senioren ähnliche, passende Geschichten. Zum Schluss ist Peter an der Reihe. Er sagt: »Ich bin froh, dass ich hier im Hospital zum Heiligen Geist lebe!« Die anderen Senioren stimmen ihm zu und teilen seine Dankbarkeit. Mit dieser Einstimmigkeit ist die Stunde beendet und die Senioren schlendern gemütlich, manche auch mit ihrem Rollator, aus der Tür des »Hobby & Treff« und freuen sich schon auf die nächste Stunde Gedächtnistraining. n Emma Dreyer Leben bei uns »Ich bin froh, dass ich hier im Hospital zum Heiligen Geist lebe!«
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