4 Rund um den Glockenturm · Juni / Juli 2026 Moment mal! Wir glauben gemeinsam Nah bei Gott Ich fahre nach Iona! – Die einen freuen sich mit: Wow, da ist es schön! Die anderen runzeln die Stirn: Wo ist das? Ich hatte von Iona gehört. Eine Insel fernab in Schottland. Eine ökumenische Kommunität hat hier ihr Zentrum. Es wird nicht gefragt, welcher Kirche gehörst du an? Wir glauben gemeinsam, sagt Karen, ein Mitglied: Jesus ist unser Weg. Die meisten Menschen der Iona Community sind verstreut in vielen Ländern der Welt. Ab und an treffen sie sich auf der Insel. Die christlichen Wurzeln gehen zurück auf die Gründung eines Klosters durch den Hl. Columban um 596 n. Chr. Er zog mit zwölf Brüdern in die Fremde. Die Legende sagt, dass er so weit weg wollte, dass er seine Heimat Irland nicht mehr sehen konnte. Er landete auf Iona und tatsächlich sah er nur das offene Meer. So gründete er ein Kloster. Von hier breitete sich das Christentum in Schottland aus. Die Mönche wanderten hinaus in die Welt. Ihre Spuren finden sich in ganz Europa. Die Reise nach Iona ist weit. Wir nehmen die Bahn nach Köln. Nach einer Übernachtung geht es über Brüssel, durch den Tunnel, nach London. Dort erwartet uns der Nachtzug nach Glasgow. Über Nacht erreichen wir Schottland. Eine ganz eigene Landschaft – auf den grünen Hügeln sind keine Bäume. In Glasgow geht es weiter mit dem Bummelzug. Als der Zug in Oban einfährt, sehen wir eine Bucht mit Hafen und der Fähre, mit der wir weiterfahren. Auf der Insel Mull steht ein Bus bereit. Der Fahrer bietet sein ganzes Können auf, um das große Gefährt über die schmale einspurige Straße, über enge Brücken bis nach Fionnphort zu fahren. Da liegt Iona vor uns. Die graue Kirche und die weißen Häuser des Ortes winken uns zu – noch eine kurze Fährfahrt. Nach vier Tagen am Ziel. Der Himmel weit und blau, die grauen Steine der Kirche und das zarte Grün der Wiesen. Ein Ort der Ruhe – der Beschaulichkeit. Iona. Ein Ort, wo Menschen nach Gott, Glauben und Gemeinschaft suchen. Ich verstehe die Begeisterten. Hier ist die Grenze zwischen Himmel und Erde ganz dünn. Der weite Weg lohnt sich: Gott ist nah. Mir fällt ein Segenswunsch ein. Vielleicht hat Columban ihn aus der Heimat mitgebracht: Möge die Straße Dir entgegeneilen, möge der Wind immer in deinem Rücken sein. Möge die Sonne warm auf dein Gesicht scheinen und der Regen sanft auf deine Felder fallen. Und bis wir uns wiedersehen, umgebe Gott dich liebevoll. n Katharina Born
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