Leben bei uns 22 Rund um den Glockenturm · April / Mai 2026 Buchvorstellungen Amrum von Hark Bohm schildert eindrücklich die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs auf der gleichnamigen Nordseeinsel aus der Perspektive des zwölfjährigen Nanning. Auf Amrum, seiner Heimat, versucht Nanning zwischen Heidekraut, Watt und rauer See, gemeinsam mit seinem Freund und seiner Familie, den kargen Alltag zu meistern: Nahrung zu finden, sich gegen wachsende politische Spannungen zu behaupten und den bevorstehenden Wandel zu begreifen. Die Kriegserfahrungen und der gesellschaftliche Umbruch treffen auf die Unschuld und Neugier des Kindes – dies wird von Bohm mit großer Naturverbundenheit und emotionaler Tiefe erzählt. In dem Text werden Landschaft und Stimmung der Insel zur Hauptfigur. Zugleich entsteht ein sensibles Porträt des Erwachsenwerdens unter schwierigsten Bedingungen. Amrum ist nicht nur eine Hommage an die Insel, sondern auch ein nachdenklicher Blick auf Herkunft, Verantwortung und persönlichen Mut in unsicheren Zeiten. n Stefanie Nonnsen Wir möchten Ihnen an dieser Stelle einen kleinen Einblick in unser hauseigenes Bibliotheksangebot bieten und zwei Titel vorstellen, die Sie als HzHG-Bewohner:innen kostenlos ausleihen können. Kommen Sie gern zu unseren Öffnungszeiten im Haus Orchidee vorbei und lassen sich inspirieren. Natürlich stehen wir Ihnen für weitere Empfehlungen jederzeit zur Verfügung. Wir sind Mo. + Do. von 14.00 Uhr – 16.00 Uhr sowie Di. + Mi. + Fr. von 9.00 Uhr – 11.00 Uhr vor Ort. Wir freuen uns auf Sie! Bis bald. n Ihr Bibliotheksteam »Amrum« von Hark Bohm Der Roman erzählt von Pascal, der nach dem Unfalltod seines Jugendfreundes Konstantin in sein Heimatdorf zurückkehrt. Die Beerdigung zwingt ihn, sich der gemeinsamen Vergangenheit zu stellen: den Sommern am See, den großen Zukunftsplänen nach der Matura und dem festen Glauben, dass ihnen »etwas Besseres« bestimmt sei. Während Pascal versucht zu begreifen, warum Konstantin geblieben ist, brechen alte Spannungen, Konkurrenz und Schuldgefühle auf. Im Zentrum der Erzählung steht das Lebensgefühl der Jugend: das Schwanken zwischen Größenwahn und tiefer Unsicherheit, zwischen Freiheitsdrang und Anpassungsdruck. Huber zeigt eindringlich, wie stark Erwartungen von Eltern, Lehrern und dem Freundeskreis wirken und wie schwer es ist, Schwäche zuzugeben. Die sorglosen Tage am Badesee stehen im Kontrast zu inneren Krisen, die niemand auszusprechen wagt. So wird das Buch zu einer sensiblen Studie darüber, wie prägend – und verletzlich – diese Jahre sind. Dabei gelingt dem Autor eine authentische Figurenzeichnung. n Stefanie Nonnsen »Man vergisst nicht, wie man schwimmt« von Christian Huber
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