Arbeiten bei uns 8 Rund um den Glockenturm · Februar / März 2026 Pflege ist Beziehung, Verantwortung und tägliche Herausforderung – und genau deshalb ist klar: Die Zukunft der Pflege gestalten wir gemeinsam. In den vergangenen Monaten haben sich viele Kolleginnen und Kollegen aus Pflege, sozialer Betreuung und Leitung aktiv eingebracht, diskutiert, hinterfragt und neue Ideen entwickelt. Dieses Engagement zeigt: In unseren Häusern steckt enormes Potenzial. Im Rahmen des vom BMAS mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten wissenschaftlichen Projekts »DiWaKom – Digitalen Wandel in der stationären Altenpflege erfolgreich gestalten« fanden im vergangenen Jahr zahlreiche Workshops, Befragungen und Gespräche statt. Über 175 Mitarbeitende haben offen geschildert, was gut läuft, wo es hakt – und was sie sich für ihren Arbeitsalltag wünschen. Das Ergebnis ist ein klares Signal: Die Mitarbeitenden wollen gute Pflege leisten und die Arbeitsbedingungen verbessern! Was alle Mitarbeitenden ausmacht Die Rückmeldungen zeigen eine hohe fachliche Kompetenz und eine starke Identifikation mit dem eigenen Haus. Viele Mitarbeitende meistern herausfordernde Situationen mit Bewohnerinnen und Bewohnern souverän und bringen täglich viel Herzblut in ihre Arbeit ein. Gleichzeitig wurde offen benannt, wo Belastungen entstehen: Zeitdruck, fehlende Rückzugsmöglichkeiten, zusätzliche Aufgaben und eine hohe Dokumentationslast. Gerade diese Offenheit ist eine große Stärke – denn nur so können gemeinsam (Assistenz-)Lösungen entwickelt werden. Digitalisierung als Entlastung – nicht als Zusatzbe- lastung Ein zentrales Thema der Workshops war der Einsatz moderner Technik. Die gute Nachricht: Die Bereitschaft, neue digitale Lösungen mitzugestalten, ist groß. Mobile Dokumentation, Spracheingabe, bessere Kommunikationswege oder digitale Lernangebote wurden vielfach als echte Entlastung benannt. Gleichzeitig zeigt die Befragung der digitalen Kompetenzen: Die Grundlagen sind bei den meisten vorhanden – und darauf lässt sich aufbauen. Künftig werden Lernangebote passgenau, praxisnah und in unterschiedlichen Niveaustufen über eine digitale Lernplattform im Hospital zum Heiligen Geist angeboten, so dass jede und jeder im eigenen Tempo lernen kann. Die Lernplattform ist eingerichtet – erste Lernmodule werden entwickelt. Mitreden ausdrücklich erwünscht Ein zentrales Ergebnis aller Gespräche: Mitarbeitende möchten stärker in Veränderungen eingebunden werden. Genau hier setzt das Projekt an. Technik soll nicht »von oben« eingeführt werden, sondern gemeinsam ausgewählt und erprobt werden – zum Beispiel in einem Pilotbereich mit mobiler Dokumentation und Spracherkennung. Auch Führungskräfte werden dabei gezielt entlastet und unterstützt, damit mehr Raum für Austausch, Entwicklung und gute Zusammenarbeit entsteht. Der digitale Wandel ist kein Selbstzweck – er soll den Arbeitsalltag erleichtern und gute Pflege langfristig sichern. Zusammen mit den Projektpartnern ILAG – Institut Leistung Arbeit Gesundheit, Plön und oncampus, Lübeck geht das Hospital zum Heiligen Geist diesen Weg gemeinsam. Das Projekt läuft bis 2027. n Dr. Michael Bau (Projektkoordination ILAG – Institut Leistung Arbeit Gesundheit) Nizar Müller (Leitung Projekt- und Innovationsmanagement HzHG) DiWaKom: Unser Weg in die Zukunft Gemeinsam Pflege weiterdenken
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