Rund um den Glockenturm 02/03 2026

22 Rund um den Glockenturm · Februar / März 2026 Leben bei uns Ihr Telefon klingelt und es meldet sich die Polizei. Ihnen wird gesagt, dass Einbrecher oder Betrüger es auf Sie abgesehen haben und nun Ihr Geld oder Ihr Schmuck in Gefahr sei! Aber die Polizei wäre so nett und schütze ihre Wertsachen. Deswegen sei es ganz wichtig, dass Sie Ihr Bargeld, Ihren Schmuck, Ihre Wertsachen in eine Tüte oder Tasche packen; ein Kollege in ziviler Kleidung wird Ihnen als BKA/LKA oder Interpol-Polizist angekündigt und dieser sichere dann Ihr Hab und Gut. Und bei dieser Gelegenheit würde er auch gleich Ihr Bargeld auf Echtheit überprüfen, denn wahrscheinlich handelt es sich um Falschgeld! Die Geschichte erscheint Ihnen unglaubwürdig oder als »ach, das kennt man doch«? Leider handelt es sich hierbei um eine immer noch sehr erfolgreiche Masche und gerade zurzeit häufen sich genau solche Taten. Um mal kleine Beispiele zu nennen: 24. Oktober: 143.000 € / 26. Oktober: 100.000 € / 27. Oktober: 87.000 € / 27. Oktober: 31.000 € / 27. Oktober: 300.000 € (Gold und Schmuck) / 03. November: 440.000 € (Goldbarren) Die Opfer berichten alle, dass die Täter sehr höflich und zuvorkommend waren; sowohl am Telefon, als auch die »Polizisten«, die die Wertsachen dann an der Haus-/Wohnungstür abgeholt haben. Später, wenn die Opfer wieder Zeit und Luft haben (manchmal schon 30 Minuten nach der Tat, aber oft auch erst Stunden später) beginnt das Gedanken-Karussell: War das richtig so? Waren das echte Polizisten? Wann bekomme ich denn mein Geld/meinen Schmuck wieder? Die Antworten fallen leicht: es waren keine echten Polizisten, weder am Telefon, noch die netten »Abholer«. Und Ihre Wertsachen? Tja, die sind weg und die Versicherungen zahlen auch nicht. Und aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen: die Opfer, die ich nach einer solchen Tat betreut habe, waren keineswegs tüddelig oder verwirrt. Die Täter sind durchaus sprachgewandt, höflich und erwecken den Eindruck, dass sie Ihnen nur helfen wollen. Ich kann nur immer wieder raten und warnen: n Die Polizei fragt niemals nach Geld, Schmuck oder Wertsachen n Die Polizei fragt niemals nach dem Aufbewahrungsort Ihrer Wertsachen n Die Polizei nimmt keine Wertsachen an, um diese vor Verlust zu schützen n Die Polizei erzählt Ihnen niemals am Telefon, dass Einbrecher oder Betrüger festgenommen wurden und Sie als Nächstes betroffen sein werden Seien Sie misstrauisch! Es gibt natürlich noch andere Methoden, die die Betrüger benutzen: Ein Angehöriger liege im Krankenhaus und benötige dringend ärztliche Hilfe bzw. Medikamente, die die Versicherung nicht bezahlt. Nur Sie können angeblich helfen. Ein Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und Sie sollen die Kaution bezahlen, damit Ihr Angehöriger nicht in das Gefängnis oder in Untersuchungshaft muss. Ich könnte weitere Geschichten aufzählen, aber letztlich möchte ich nur eines rüberbringen: Es geht um Ihr Geld! Seien Sie wachsam und überlegen Sie sich genau, wem Sie anvertrauen, wo ihr Geld oder Ihr Schmuck aufbewahrt wird. Eines ist sicher: Die echte Polizei will dies gar nicht wissen. Geben Sie auf sich und Ihre Wertsachen acht! Bei Fragen rufen Sie mich jederzeit unter der Telefonnummer (0 40) 4 28 65-35 42 an oder sprechen Sie mich einfach an. n Ihre Stadtteilpolizistin Alexandra Suhr Gastbeitrag: Alexandra Suhr, Stadtteilpolizistin Wo ist eigentlich Ihr Geld?

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