Rund um den Glockenturm 02/03 2026

12 Rund um den Glockenturm · Februar / März 2026 Unser heutiger Gast: Axel Schulz Er trägt sein Herz auf der Zunge, spricht offen und ehrlich und vergisst dabei nie die Prise Humor. Mit Gelassenheit und unerschütterlicher Fairness hat er sich nicht nur im Ring, sondern auch außerhalb großen Respekt verschafft. Früher sorgten legendäre Kämpfe gegen George Foreman, Wladimir Klitschko oder Francois Botha für Aufsehen. Heute ist es Axel selbst, der die Menschen begeistert. HzHG: Lieber Axel, woher nimmst Du immer Deine ansteckende gute Laune? Axel: Ich glaube, ich habe das Fröhlichsein durch meinen Sport gelernt. In diesem Sport bist Du knallhart, musst abrechnen und abliefern. Da gibt es wenig Platz für gute Laune. Aber das heißt ja nicht, dass ich deswegen dauerhaft schlecht gelaunt durchs Leben laufen muss. Und deshalb bin ich im »normalen Leben«, im Normalfall gut gelaunt, denn schlechte Laune verdirbt einem den ganzen Tag. Manche Leute wundern sich dann, wenn ich auf der Straße einfach schön grüße. Sie fragen mich dann, wieso ich so nett bin, obwohl wir uns gar nicht kennen. Ich finde, es gehört sich einfach so. Ich sehe vieles einfach eher positiv als negativ. Und es gibt einem ja auch selbst ein gutes Gefühl. HzHG: Wie bist Du damals eigentlich zum Boxsport gekommen? Axel: Mit dem Fahrrad! … Spaß! ☺ Ich komme ja aus der ehemaligen DDR, wo der Sport damals noch sehr gefördert wurde. Man konnte nahezu kostenfrei oder zumindest für wenig Geld trainieren. Dann bin ich einfach mit meinen Freunden mitgegangen und habe Verschiedenes ausprobiert. Ich war wie jeder kleine Junge mit sechs, sieben Jahren beim Fußball. Das fand ich aber zu doof, dem Ball hinterherzurennen. Dann bin ich zur Leichtathletik gegangen. Dort war es mir zu doof, im Kreis zu rennen. Dann habe ich mich im Schwimmen ausprobiert und bin gegen die Bande geschwommen. Und erst dann bin ich mit meinem Kumpel zum Boxen gegangen. Er war damals schon ein halbes Jahr dabei. Nachdem er mir dann so richtig auf die Nase gehauen hat, wusste ich, das will ich auch können. Und so bin ich dann dabei geblieben. HzHG: Gibt es wertvolle Lektionen fürs Leben, die Du im Boxsport gelernt hast? Axel: Absolut! »Fleiß schlägt Talent!« Und das ist nicht nur im Boxen so, sondern überall im Leben. Wenn man fleißig ist, wird dies auch irgendwann belohnt. Wenn auch nicht immer sofort. HzHG: Welchen Beruf hättest Du ergriffen, wenn Du kein Boxer geworden wärest? Axel: Ich wollte als Kind immer Förster werden. Meine Oma hatte ein Haus und ich musste immer, wenn ich sie besuchen wollte, durch den Wald. Wenn ich dann verängstigt war, hat sie mir gesagt, dass im Wald ganz viele Tiere leben, dass diese meine Freunde sind und es keinen Grund gibt Angst zu haben. Daraus hat sich dann mein Berufswunsch Förster entwickelt. Tatsächlich habe ich dann aber eine Ausbildung zum Mechaniker gemacht. Leben bei uns WIR FRAGEN DIE STARS!

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