Rund um den Glockenturm 12/01 2026

4 Rund um den Glockenturm · Dezember 2025 / Januar 2026 Moment mal! Von Bethlehem bis in die Badewanne Auf das Friedenslicht freuen Liebe Leserinnen und Leser, Psst... Ich hörte es – aber wer wollte da was von mir? Ich schaute mich um – die eine stand und schaute auf die Ampel, der andere in sein Handy. Die wollten nichts von mir. Psssst ganz deutlich hörte ich es. Da traf mein Blick auf etwas auf dem Bürgersteig. Eine kleine Figur lag da. Ich hob sie auf und schaute sie mir genauer an. Es war zu meiner Überraschung ein Engel. »Willst du was von mir?«, fragte ich ihn. »Ja«, kam die Antwort von dem Engel. Er kam direkt mit seiner Frage: »Worauf freust du dich an Weihnachten am meisten?« Ich überlegte: Jetzt schickt der Himmel schon seine Engel im Voraus. So ähnlich wie bei den Menschen, die schon seit September mit Lebkuchen, Marzipan und allerlei Weihnachtsgebäck in allen Läden an das Fest erinnert werden. Eigentlich war ich noch nicht in Weihnachtsstimmung. Aber wenn einen ein Engel fragt, dann gebe ich auch Antwort. Allerdings musste ich etwas überlegen. Ich ging weiter und nahm den Engel mit. Worauf freue ich mich? Früher hätte ich schnell eine Antwort gehabt. Heute dauerte es etwas länger. Aber dann fiel mir das Friedenslicht aus Bethlehem ein. Darauf freue ich mich. Denn es ist etwas mit Hoffnung, Herz und Abenteuer. In jedem Jahr wird in Bethlehem das Friedenslicht entzündet. Dann wird es per Flugzeug nach Wien gebracht. Der österreichische Rundfunk (ORF) hat diese Aktion ins Leben gerufen. Von der Hauptstadt von Österreich geht das Licht in die Welt und nach Deutschland. Es wird weitergegeben von Kerze zu Kerze – mit der Hoffnung, Friede in unseren Herzen und auf die Erde zu bringen. Gerade in diesen Zeiten, wo der Frieden manchmal nur ein kleines Flämmchen ist und schnell wieder verlöschen kann, kann das Licht Hoffnung schenken. Denn es kommt in Kirchen und zu Politikern, in Gemeindekreise und zu den Menschen. Im Gottesdienst in meiner Ortsgemeinde wird es im Advent verteilt. Die Pfadfinder kommen und teilen das Friedenslicht aus. Wie jedes Jahr werde ich das Licht holen. Da beginnt das Abenteuer. Es ist nicht so einfach, es nach Hause zu bringen. Denn wir müssen es gut vor Wind und manchmal auch Regen schützen. So steht das Licht bei uns – über Nacht und wenn wir nicht zu Hause sind, kommt es in unsere Badewanne. Am Weihnachtsabend dann werden die Kerzen am Weihnachtsbaum und an der Krippe angezündet. Für mich ist das ein schönes Bild: Der Frieden ist genauso wichtig wie Licht. Und der Frieden ist bedroht – wie eine Kerze im Wind. Und doch breitet sich der Lichtschein des Friedenslicht aus und ist für mich ein starkes Symbol der Hoffnung und des Friedens. »Darauf freue ich mich«, sagte ich dem Engel. »Ach«, sagte der Engel. »Ich freue mich, wenn ich mit den himmlischen Heerscharen singen kann: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden.« Wir wünschen allen eine friedliche Weihnacht und ein gesegnetes und friedvolles 2026. n Pastorin Katharina Born, Pastorin Petra Wilhelm-Kirst, Prädikant Wolfgang Gutzeit

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