12 Rund um den Glockenturm · Dezember 2025 / Januar 2026 Unser heutiger Gast: Dagmar Berghof f Im Juni 1976 verlas die gebürtige Berlinerin zum ersten Mal die Nachrichten der Tagesschau und zählt heute zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Medienlandschaft. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme und ihrer einzigartigen Präsenz war sie über viele Jahre das allabendliche »Fernsehgesicht« in den deutschen Wohnzimmern. Ihre warme und nahbare und dennoch höchst professio- nelle Art, machte sie schon früh zu einem prägenden Unikat der Nachrichtenwelt. Nicht ohne Grund wurde sie bereits zwei Mal mit dem Bambi und der goldenen Kamera ausgezeichnet. Wir begrüßen die überaus sympatische »Grande Dame« des deutschen Fernsehens – Dagmar Berghoff. HzHG: Liebe Frau Berghoff, was hat Ihnen damals an Ihrem Beruf als Nachrichtensprecherin bei der Tagesschau am besten gefallen? Berghoff: Mir hat die Vielseitigkeit am besten gefallen. Immer im Zentrum der Neuigkeiten zu stehen und diese präsentieren zu dürfen, gemeinsam mit dem gesamten Team. HzHG: Gab es neben Ihrem legendären Lachanfall 1988 noch weitere lustige Momente vor der Kamera, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind? Berghoff: Vergleichbare Lachanfälle aus meiner Vergangenheit resultierten zumeist aus Versprechern. Aber die Leute mochten das, sie konnten dabei feststellen, dass keine »Sprechmaschinen« vor der Kamera saßen. HzHG: Gab es einmal eine Meldung, die Ihnen nur schwer über die Lippen ging? Berghoff: Es gab schreckliche Attentate, mit den dazugehörigen Bildern und Filmen. Das verschlug mir manchmal wirklich den Atem. Aber nach einer kurzen Schrecksekunde muss man weitermachen, sonst hat man den Beruf verfehlt. Diese Schrecksekunde wird auch der Zuschauer erleben. Deshalb habe ich nach solchen Meldungen, im Gegensatz zu meinen männlichen Kollegen, später immer eine winzige Pause gemacht. HzHG: Wie war es für Sie, nach über zwei Jahr- zehnten, zum letzten Mal die Nachrichten in der Tagesschau zu lesen? Berghoff: Leider hat mir an diesem Tag Boris Jelzin einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er trat genau in der Silvesternacht, am 31.12.1999 zurück. Dadurch war ihm die gesamte Sendung gewidmet und ich war gar nicht oft im Bild. Trotzdem war es für mich nach 25 Jahren kein leichter Abschied. Aber alle Kollegen der Tagesschau waren mit ihren Partnerinnen dort, bevor sie zu ihren Silvester-Parties gingen. Sie stürmten nach dieser Tagesschau in das Studio, eine Rose in der einen Hand, eine Wunderkerze in der anderen und riefen immer wieder: »Dagmar Dagmar !« Das hat mich damals zu Tränen gerührt. HzHG: Worauf sind Sie heute besonders stolz? Berghoff: Ich bin sehr stolz darauf, dass ich während meiner gesamten Karriere die sogenannte »BesetLeben bei uns WIR FRAGEN DIE STARS!
RkJQdWJsaXNoZXIy MjYwMzk1